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Le Vent Nous Portera

In letzter Zeit habe ich mich mal ein bisschen in der französischen Rockszene umgehört, weil ich gerne wissen wollte, ob es in Frankreich womöglich auch richtig gute (Alternative-)Rockbands gibt, von denen ich nur nichts weiß, weil sie in deutschen Radios und auf englischsprachigen Websites nicht zu Gehör kommen. Das Ergebnis war bis jetzt eher ernüchternd – ich habe nichts gefunden, das an die (vor allem) britische Konkurrenz herankommt. Trotzdem gibt es natürlich einzelne Lieder, die herausstechen, und eines, das mir besonders gut gefällt, poste ich jetzt mal hier. Es kommt von der Band Noir Désir (in Zusammenarbeit mit keinem Geringeren als Manu Chao, der hier Gitarre spielt), und heißt Le Vent Nous Portera.

Musiktheoretisch gesehen ist das Lied äußerst simpel – es enthält nur zwei Akkorde, Em und D, besteht eigentlich nur aus Strophen und weist auch sonst keine technischen Besonderheiten auf. Aber dadurch ist es nur wieder ein Beweis dafür, dass die Qualität eines Songs nicht von seiner Komplexität abhängt.

Der Text handelt von der Vergänglichkeit aller Dinge und dem Wunsch, das kurze Leben möglichst auszukosten. Was genau das Video bedeuten soll, habe ich keine Ahnung, auch wenn ich es total eindrücklich finde. Das Motiv der Vergänglichkeit ist da auf jeden Fall auch mit drin.

Mir gefällt an dem Song besonders die intensive Melancholie, vor allem ab 3:30, wo die Klarinette einsetzt. Wunderschön!

Man könnte da noch Einiges zu schreiben, aber ich bin (nach einer langen Fahrt in die Schweiz) so müde, dass heute einfach nicht mehr drinliegt… :roll:

Das kam völlig überraschend: „Pop-Star Michael Jackson (50) ist tot. Der Sänger starb nach Informationen der ‘Los Angeles Times’ und des Senders CBS in der Nacht zum Freitag. Der Sänger habe einen Herzstillstand erlitten.“

Auch wenn ich von seinem Privatleben (wenn man es denn so nennen kann) nie besonders angetan war – seine Musik war und bleibt bahnbrechend. Und deshalb ist ein kurzer Gedenk-Post sicher angebracht.

Als Theologe kann ich mir folgendes Zitat nicht sparen:

„Niemand weiß, wann seine Zeit kommt. Wie Fische, die plötzlich ins Netz geraten, wie Vögel, über denen die Falle zuschlägt, so gehen die Menschen in die Schlinge. Der Tod ereilt sie, wenn sie am wenigsten daran denken.“

Deshalb: „Genieße froh jeden Tag, der dir gegeben ist! [...] Freu dich, junger Mensch! Sei glücklich, solange du noch jung bist! Tu, was dir Spaß macht, wozu deine Augen dich locken! Aber vergiß nicht, daß Gott für alles von dir Rechenschaft fordern wird.“

(Die Bibel, Prediger 9,12 und 11,8-9)

Hallo zusammen! Der folgende Ohrwurm ist eigentlich nicht nur einer des Monats, sondern schon fast des ganzen Jahres. Seit ich vor ein paar Monaten den Film „O Brother, Where Art Thou?“ gesehen und mir daraufhin den Soundtrack gekauft habe, geht mir dieses Lied einfach nicht mehr aus dem Kopf. Nun habe ich auch noch ein süßes Video dazu gefunden. Also, bitteschön, hier ist Big Rock Candy Mountain:

Das Lied wurde ziemlich genau um die Jahrhundertwende von Harry McClintock, einem damals sechzehnjährigen Hobbystraßenmusiker aus Tennessee, geschrieben. Es schildert aus der Sicht eines Landstreichers („hobo“) die sagenhaften „Big Rock Candy Mountains“, ein Schlaraffenland, wo Zigaretten an Bäumen wachsen und die Polizisten Holzbeine haben, wo Alkohol von den Hängen sprudelt und die Gefängnisse aus Zinn sind.

Begleitet wird das Gedicht – wie es sich für echte Vagabundenmusik gehört – von gerade mal einer Gitarre, die sich auf die Akkorde C, F und G (Tonika, Subdominante und Dominante) beschränkt.

Mehr brauche ich dazu gar nicht zu sagen, so simpel ist der Song. Aber das macht ihn ja gerade so besonders: Er besticht nicht durch gewaltige Orchestration, verkünstelte Arrangements oder einwandfreie Produktion, sondern durch eine eingängige Melodie, einen sympathischen Interpreten und einen gewitzten Text, der jeden von uns ein bisschen ins Träumen bringt.

Come In Peace

Morgen fliege ich zusammen mit meinem Bruder für zwei Wochen nach Israel…!!! Da ich von dort aus kaum einen Eintrag machen können werde, kommt hier noch schnell ein Ohrwurm für diesen Monat. Passend zum „Thema“ habe ich einen der führenden Namen der Klezmer-Musik, Giora Feidman, ausgewählt und eines der ersten Lieder bei Youtube genommen. Wunderschön melancholisch – so muss Klarinette sein! Sorry, ich kommentiere das Lied jetzt nicht weiter, es ist schon spät und ich muss morgen früh raus… Also bis in zwei Wochen!

Seit Freitag kann man auf www.coldplay.com völlig kostenlos ein neues Live-Album mit 9 Tracks runterladen. Das Werk nennt sich LeftRightLeftRightLeft und ist der Website zufolge „a thank you to our fans“. Aber es lohnt sich auch für absolute Coldplay-Neulinge. Denn hier zeigt die Band einmal mehr, dass sie nicht nur ein Studioprodukt ist, sondern eben auch live so gut klingt wie auf der Platte – wenn nicht besser.

LeftRightLeftRightLeft enthält sechs Titel aus dem vergangenen Jahr (Glass Of Water, 42, Strawberry Swing, Viva La Vida, Death Will Never Conquer, Death And All His Friends), zwei Coldplay-Klassiker (Clocks, Fix You) und eine wunderschöne piano-only-Version von Hardest Part (in Verbindung mit dem kurzen Instrumentalstück Postcards From Far Away). Die Aufnahmen stammen natürlich von Konzerten der Viva-La-Vida-Tour; das Album vermittelt also auch einen guten Eindruck davon, was einen bei einem Coldplay-Konzert so erwartet.

Ich kann euch den Download auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen – ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es nicht!

Teardrop

Ein Musikstil, aus dem in meinem Blog bisher noch kein einziges Lied gelandet ist, ist der Trip Hop. Da ich mich mit dieser Stilrichtung selbst nur schlecht auskenne, poste ich heute einfach den vielleicht bekanntesten Song der wohl einflußreichsten Trip-Hop-Band, und zwar Teardrop von Massive Attack aus dem Jahr 1998:

Der Song beinhaltet all das, was man landläufig unter Trip Hop versteht: Langsame Breakbeats, melancholische Stimmung, zurückhaltende Vocals, starken Gebrauch von Samples und einen atmosphärischen Sound.

Während auf der instrumentalen Seite alles schön überschaubar ist (100% regelmäßiger Beat, ostinates Gitarrenriff, und überhaupt nur wenige Instrumente), ist die Inhaltsebene (un-)klar wie Kloßbrühe. In den entsprechenden Internetforen kommt man gar nicht erst dazu, den Sinn des Textes zu erörtern, weil der Gesang schlicht und einfach unverständlich ist. Die Diskussion bleibt daher schon an der Frage hängen, ob z. B. die dritte Zeile „Fearless on my breath“, „Feathers on my breath“ oder gar völlig anders lautet.

Auch die Harmonien des Songs lassen gewissermaßen Fragen offen; Teardrop steht zwar in A-Dur, entleiht aber die beiden Akkorde F und G aus A-Moll. Das führt dazu, dass das Lied irgendwie traurig und fröhlich, beruhigend und aufwühlend zugleich ist.

Übrigens hinterlässt auch das Original-Video diese seltsame Stimmung; leider habe ich es auf YouTube nicht gefunden. Ist wohl auch ein Opfer des GEMA-Kriegs geworden. ;)

Eines ist auf jeden Fall klar: Der Song hat es in sich und zeigt einmal mehr, dass sich ein Blick über den Tellerrand von Pop und Rock durchaus lohnen kann!

Ab sofort findet ihr auf der rechten Seite meines Blogs die Kategorie „Meine 10 neuesten Alben“. Da könnt ihr dann immer gucken, was ich so als letztes an Musik gekauft/geschenkt bekommen habe. Vielleicht interessiert’s ja jemanden, und natürlich könnt ihr mich jederzeit fragen, wenn ihr etwas über eines der Alben wissen wollt! :D

Heartbeat

Heartbeat von der deutsch-nigerianischen Sängerin Nneka will ich eigentlich schon auf meinem Blog posten, seit ich es letztes Jahr zum ersten Mal gehört habe. Jetzt ist es soweit:

Achtung: Das Video lässt sich hier im Moment nicht angucken… ich gucke, was sich machen lässt, aber bis dahin klickt einfach oben bei „Ohrwurm des Monats“. :roll:

Das Lied gefällt mir vor allem, weil ich es sehr innovativ finde. Man beachte z. B. die ungewohnte Instrumentation: in den Strophen der Bass mit dem klimpernden Klavier im Hintergrund, im Refrain dann noch das Schlagzeug dazu – eine ungewöhnliche Kombination, bei der ein Klang ensteht, den ich so noch nicht gehört habe.

Dazu kommt beim Gesang die ständige Wiederholung von Silben bzw. Vokalen („Ca-ha-han you fee-hee-heel my hea-hea-hea-hea-heart is beating?“), die wohl (zusammen mit dem Bass) eben diesen Herzschlag darstellen soll.

Natürlich ist nicht alles an diesem Song neu und ungewohnt. So geht es in Heartbeat wie bei vielen Liedern von deutsch-afrikanischen Künstlern um die Probleme in Afrika, und auch das Video wurde entsprechend vor Ort gedreht.

Ebenso sind die Akkorde von Heartbeat (bis auf den Basston) nichts Außergewöhnliches: in den Strophen Bm, F#m/B, Em/B, Bm, im Refrain Bm, F#m, G, Em – alles schön diatonisch. :)

So ergibt sich eine schöne Mischung aus bekannten und fremden Inhalten und Klängen – ein fesselndes Lied eben, das ich mir immer wieder anhören kann und das definitiv Ohrwurmcharakter hat. Viel Spaß damit!

Slowly

Der Februar ist fast vorbei… und da mich mein Gewissen zu sehr plagt und ich heute Abend „sturmfrei“ habe, poste ich nun doch noch schnell einen Ohrwurm des Monats, bevor es endgültig zu spät ist (sorry, das mit den regelmäßigeren Einträgen klappt irgendwie nach wie vor nicht). Ich dachte mir, dass mal wieder Zeit für deutsche Musik ist, und habe deshalb meinen Lieblingssong von einem meiner, sagen wir mal, vier deutschen Lieblingsinterpreten ausgesucht (neben Xavier Naidoo bzw. den Söhnen Mannheims, Kante und Blumfeld): Slowly von Sasha.

Es handelt sich um Sashas erste Single nach seinen Eskapaden als „Dick Brave“. Sie stammt von dem Album Open Water von 2006.

Der Song steht in G-Dur; hier die Akkorde:

Intro und Outro: G, Gm7, Ab, G

Strophen: G, Dm/G (oder G7sus2), Gm, D, G, Dm/G, Gm, D, G, Bm, F, G, Bm, C, G, D

Refrain: G, D/F#, Em, G, D, Asus4, A, C

Bridge / Solopart: G, Bm, F, C, G, Bm, C, G, D

Die Akkordfolge G, Dm, Gm, D in der Strophe ist einfach nur genial! Tonika, vermollte Dominante, vermollte Tonika, Dominante – und das alles auch noch so schön arrangiert. So nimmt nämlich auch die Melodie ganz bewusst auf die spannungsreichen Akkordwechsel bezug und macht diese noch interessanter.

Auch die Instrumentation gefällt mir sehr gut. Man könnte den Mangel an akustischen Instrumenten zwar kritisieren, aber ich finde, die ganze Elektronik passt irgendwie perfekt zu dem Stück. Besonders gut gefallen mir der teilweise ostinate Bass sowie das Gitarrensolo (erinnert ein bisschen an die guten alten 90er).

Der Liedtext ist eine Kritik an Stress und Hektik unseres Alltags: „Everyone out there / Keeps rushing around“ und „Believe me, their chasing is in vain / The faster you are running the longer it will take you to find it“; kurz: „Running is a waste of time“. Stattdessen soll man die Dinge „slowly“ angehen. Etwas banal, aber ganz nett. :)

Auch das Video geht wohl in diese Richtung; Sasha bringt mit seinem Lied die Geschwindigkeits-Kontroll-Frau zum Umdenken und sorgt dafür, dass alles auf „slow“ gestellt wird. Die ganzen restlichen Details (z. B. das Mädchen auf der Schaukel oder der Junge auf dem Skateboard) haben vermutlich keinen tieferen Sinn – der Regisseur wollte einfach ein bisschen mit der Stop-Motion-Technik herumspielen.

Insgesamt finde ich das Lied auf jeden Fall ganz, ganz toll und kann nie genug davon kriegen. Leider ist es seinerzeit in den deutschen Radios ein bisschen untergegangen… aber vielleicht gewinnt es durch diesen Eintrag ja wenigstens ein, zwei neue Fans! :roll:

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