In letzter Zeit habe ich mich mal ein bisschen in der französischen Rockszene umgehört, weil ich gerne wissen wollte, ob es in Frankreich womöglich auch richtig gute (Alternative-)Rockbands gibt, von denen ich nur nichts weiß, weil sie in deutschen Radios und auf englischsprachigen Websites nicht zu Gehör kommen. Das Ergebnis war bis jetzt eher ernüchternd – ich habe nichts gefunden, das an die (vor allem) britische Konkurrenz herankommt. Trotzdem gibt es natürlich einzelne Lieder, die herausstechen, und eines, das mir besonders gut gefällt, poste ich jetzt mal hier. Es kommt von der Band Noir Désir (in Zusammenarbeit mit keinem Geringeren als Manu Chao, der hier Gitarre spielt), und heißt Le Vent Nous Portera.
Musiktheoretisch gesehen ist das Lied äußerst simpel – es enthält nur zwei Akkorde, Em und D, besteht eigentlich nur aus Strophen und weist auch sonst keine technischen Besonderheiten auf. Aber dadurch ist es nur wieder ein Beweis dafür, dass die Qualität eines Songs nicht von seiner Komplexität abhängt.
Der Text handelt von der Vergänglichkeit aller Dinge und dem Wunsch, das kurze Leben möglichst auszukosten. Was genau das Video bedeuten soll, habe ich keine Ahnung, auch wenn ich es total eindrücklich finde. Das Motiv der Vergänglichkeit ist da auf jeden Fall auch mit drin.
Mir gefällt an dem Song besonders die intensive Melancholie, vor allem ab 3:30, wo die Klarinette einsetzt. Wunderschön!
Man könnte da noch Einiges zu schreiben, aber ich bin (nach einer langen Fahrt in die Schweiz) so müde, dass heute einfach nicht mehr drinliegt…