Hallöchen allerseits! Diese Woche habe ich als Ohrwurm mal wieder was Nettes von einer Frau ausgegraben, nämlich Torn von Natalie Imbruglia aus meinem Musik-Lieblingsjahr 1997:
Es handelt sich bei diesem Song, wie schon beim letzten Ohrwurm, um ein Cover. Torn stammt ursprünglich von der amerikanischen Rockband Ednaswap; das Original könnt ihr euch hier anhören. Die Australierin Natalie Imbruglia hat aus dem ursprünglich kaum erfolgreichen Post-Grunge-Song ein Mainstream-Pop-Lied gemacht, das ganze etwa auf die doppelte Geschwindigkeit erhöht und einen Halbton hochgesetzt, und schon war es ein weltweiter Hit.
Als Akkorde haben wir in den Strophen F, Am, Bb7, F, Am, Bb7, in der „Überleitung“ Dm, C, Am, C7, und im Refrain dreimal die Folge F, C, Dm, Bb – also nichts Außergewöhnliches bis auf den Bb7-Akkord mit der Blue Note Ab.
Wie jeder ordentliche Popsong hat auch Torn einen 4/4-Takt; auffällig ist aber der synkopische Rhythmus der akustischen Gitarre, den ich gerne als „Jack-Johnson-Rhythmus“ bezeichne und den wir fast genau gleich schon bei Over My Shoulder hatten.
Sehr schön finde ich auch das E-Gitarren-Slide-Solo am Ende, das mit gerade mal fünf Noten sehr simpel ist, sich aber wunderbar in den Song einfügt. (Übrigens ist mir die Ende-Neunziger-Zeit auch sonst als die „Zeit der guten Gitarrensolos in Pophits“ in Erinnerung geblieben – man denke nur an Don’t Speak, Unbreak My Heart oder sogar Out Of The Dark! Schade, dass sowas im Mainstream von heute nicht mehr so verbreitet ist.
)
Der Text handelt – wer hätte es gedacht?! – von einer gescheiterten Beziehung. Die Sängerin ist dem bekannten „Rosa-Brille“-Syndrom zum Opfer gefallen; sie hat zu spät erkannt, dass ihr Liebster nicht der ist, für den sie ihn zu Beginn hielt („Illusion never changed / Into something real / I’m wide awake and / I can see the perfect sky is torn“ und „Should have seen just what was there / And not some holy light“). Was bleibt, ist eine Mischung aus Wut, Enttäuschung und verletzten Gefühlen („You don’t seem to know or seem to care / What your heart is for“ bzw. „I’m all out of faith / This is how I feel / I’m cold and I am shamed / Lying naked on the floor“ und dann „I don’t care, I have no luck / I don’t miss it all that much“).
Im Video sind Natalie Imbruglia und Jeremy Sheffield Schauspieler, die ein Paar darstellen sollen. Das ist wohl ein Bild für die Beziehung, die im Lied besungen wird – die Liebe ist nicht echt, sondern nur Attrappe. Dass es bei dem Dreh im Video außerdem ständig zu Problemen kommt und das Set schließlich ganz abgebaut wird, zeigt, dass die Illusion nicht aufrechterhalten werden kann.
Alles in allem gefällt mir der Song richtig gut, und er hat definitiv eine Menge Ohrwurmpotenzial! Viel Spaß damit!
Oh, hey Thommy!!!
Ich konnte gerade meinen Augen nicht trauen!!! Genau an dieses Lied habe ich irgendwann in den letzten Tagen auch wieder gedacht, weil ich es iiiirgendwo gehört habe… Und da gehe ich völlig nichtsahnend auf deinen Blog und – Zack!!! – hast du darüber geschrieben! Hahaha… (Haben wir das zusammen irgendwo gehört?) … Wie dem auch sei: sehr cool geschrieben alles! Viel Spaß in Aramäisch – wo du nämlich gerade sitzt.
Jetzt hab ich auf allen deinen Pinnwänden und hier herumgekritzelt!:D Wird höchste Zeit, dass ich mich wieder den Altklausuren widme…