Ein Musikstil, aus dem in meinem Blog bisher noch kein einziges Lied gelandet ist, ist der Trip Hop. Da ich mich mit dieser Stilrichtung selbst nur schlecht auskenne, poste ich heute einfach den vielleicht bekanntesten Song der wohl einflußreichsten Trip-Hop-Band, und zwar Teardrop von Massive Attack aus dem Jahr 1998:
Der Song beinhaltet all das, was man landläufig unter Trip Hop versteht: Langsame Breakbeats, melancholische Stimmung, zurückhaltende Vocals, starken Gebrauch von Samples und einen atmosphärischen Sound.
Während auf der instrumentalen Seite alles schön überschaubar ist (100% regelmäßiger Beat, ostinates Gitarrenriff, und überhaupt nur wenige Instrumente), ist die Inhaltsebene (un-)klar wie Kloßbrühe. In den entsprechenden Internetforen kommt man gar nicht erst dazu, den Sinn des Textes zu erörtern, weil der Gesang schlicht und einfach unverständlich ist. Die Diskussion bleibt daher schon an der Frage hängen, ob z. B. die dritte Zeile “Fearless on my breath”, “Feathers on my breath” oder gar völlig anders lautet.
Auch die Harmonien des Songs lassen gewissermaßen Fragen offen; Teardrop steht zwar in A-Dur, entleiht aber die beiden Akkorde F und G aus A-Moll. Das führt dazu, dass das Lied irgendwie traurig und fröhlich, beruhigend und aufwühlend zugleich ist.
Übrigens hinterlässt auch das Original-Video diese seltsame Stimmung; leider habe ich es auf YouTube nicht gefunden. Ist wohl auch ein Opfer des GEMA-Kriegs geworden.
Eines ist auf jeden Fall klar: Der Song hat es in sich und zeigt einmal mehr, dass sich ein Blick über den Tellerrand von Pop und Rock durchaus lohnen kann!